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Geschichte und Entwicklung des ferngesteuerten Autos

Simando ferngesteuertes AutoSpielzeug oder komplexe Technik? Beim Thema ferngesteuerte Autos können die Ansichten nicht unterschiedlicher sein. Für die einen sind ferngesteuerte Autos Spielzeug, für andere Technik auf hohem Niveau. Was von beiden richtig ist, ist nicht leicht festzustellen. Neue Erkenntnisse gewinnt man vielleicht, wenn man die Geschichte aufrollt und die Entwicklung ferngesteuerter Autos analysiert. Die Reise führt zurück in eine Zeit, als Elektronik noch in den Kinderschuhen steckte und Radiowellen als Hertzsche Wellen bezeichnet wurden.

Modellautos – Nachbildungen großer Vorbilder

Geschichte und Entwicklung des ferngesteuerten AutosMit den ersten Automobilen kamen die ersten Modellautos. Die kleinen Nachbildungen im Maßstab ähnelten optisch ihren großen Vorbildern, hatten drehende Räder und waren weit davon entfernt, ferngesteuerte Autos zu sein. Dennoch bestand schon damals der Wunsch, dass die Modelle ebenso vorwärts und rückwärts fahren und in Kurven einbiegen können wie die Originale. Dazu ließen Kinder beim Spielen ihre Modelle auf abschüssigen Straßen abwärts fahren, liefen neben ihren Spielzeugautos her und korrigierten mit Stöcken deren Fahrtrichtung.

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Schon etwas näher am ferngesteuerten Auto waren Modelle mit Kabelfernsteuerungen. Bei dieser Version wurde das Modellfahrzeug mit Handsteuerung pilotiert. Allerdings war hier eine physische Verbindung in Form von Kabeln, Drähten und Seilzügen nötig, was die Bewegungsfreiheit stark einschränkte. Wagen mit Kabelsteuerungen konnten nach vor und zurück fahren und über ein System mit Drahtseil konnte auch die Lenkung betätigt werden. Richtig spannend wurde es aber erst mit der Nutzung der Radiowellen, deren Entdeckung bereits Ende des 20 Jahrhunderts gelang.

Der Vorteil der kabellosen Steuerung verhalf dem ferngesteuerten Modellauto zu neuen Möglichkeiten und zum Durchbruch. Eine Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile der verschiedenen Steuerungen zeigt, in welchem Ausmaß ferngesteuerte Autos von der Entdeckung der Radiowellen profitierten.

Art der Steuerung Vorteil Nachteil
Kabelgebundene Steuerung
  • Das Fahrzeug kann nicht verloren gehen, da es über ein Kabel mit der Steuerung verbunden ist
  • Der Fahrspaß ist stark eingeschränkt.
  • Nur geringe Geschwindigkeiten sind möglich
  • Der Pilot muss immer neben dem Fahrzeug hergehen
Kabellose Steuerung
  • Zwischen Handsteuerung und Fahrzeug besteht keine physische Verbindung
  • Die Steuerung erlaubt hohe Geschwindigkeiten des Fahrzeugs
  • Der Pilot kann das Fahrzeug bis zur Sichtweite steueren
  • Mögliche Störungen des Funkverkehrs zwischen Sender und Empfänger können den Fahrspaß beeinträchtigen

Funkwellen – die unsichtbare Kontrolle

Während im deutschsprachigen Raum von ferngesteuerten Autos die Rede ist, hat sich in der englischen Sprache der Begriff RC-Car durchgesetzt. RC steht dabei für Radio oder RemoteControlled, was man als Steuerungmit Radiowellen übersetzen kann. Gemeint ist die kabellose Funkfernsteuerung, die je nach Leistung des Senders kleine und große Reichweiten ermöglicht. Dank dieser kabellosen Steuerungstechnik sind Pilot und Modellauto nicht länger physisch aneinandergebunden, was den Fahrspaß deutlich erhöht.

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Die Entdeckung der Funk- bzw. Radiowellen

Berits der schottische Physiker James Clerk Maxwell hatte 1884 die Existenz der Radiowellen vorhergesagt und 1887 gelang es Heinrich Hertz, sie experimentell nachzuweisen. Zunächst wurden die Radiowellen als Hertzsche Wellen bezeichnet. Der Italienische Radiopioneer Unternehmer Gulielmo Marconi beschäftigte sich mit den Hertzschen Wellen und 1985 gelangen ihm erste praktische Experimente. Dass heute Radiowellen auch als Funkwellen bezeichnet werden geht darauf zurück, dass die ersten Versuche der Übertragung durch Funkentladung an Hochspannungserzeugern vorgenommen wurden.

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Tesla – der Name steht für mehr ein Auto

Fällt der Name Tesla, kreisen die Gedanken unweigerlich um die gleichnamige Automarke aus den USA. Der Name der Automarke geht zurück auf den Physiker, Erfinder und Elektroingenieur Nikola Tesla. Tesla ist bekannt für viele Neuerungen in der Elektrotechnik, wie zum Beispiel den Zweiphasenwechselstrom. Zu seinen Arbeiten gehört auch die Nutzung der drahtlosen Übertragung von Energie und Nachrichten. Unter anderem konstruierte er 1897 ein 1,1 Meter ferngesteuertes U-Boot. Das U-Boot sollte im Spanisch-Amerikanischen Krieg als unbemannte Waffe eingesetzt werden, wozu es allerdings nie kam.

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Die 1960er Jahre – die erste Modellautos rollen vom Band

Trotz der frühen Entwicklungsarbeit Teslas am ferngesteuerten U-Boot dauerte es bis in die bunten und schrillen 60er Jahre, bis die ersten ferngesteuerten Modellautos den Weg in die Verkaufsregale fanden. Die bitteren Nachkriegsjahre waren überwunden und die positiven Aussichten der Konjunktur machten es möglich, sich in der neu gewonnene Freizeit mit Modellbau zu beschäftigen. Die ersten ferngesteuerten Modellautos entsprachen jedoch nicht den Modellen, wie man sie heute in den Regalen der Fachgeschäfte und auf den Webseiten der Online Shops findet. Da die Batterietechnik der 60er Jahre noch nicht so weit entwickelt war wie heute, hatten die ferngesteuerten Modellautos von damals überwiegend Verbrennungsmotoren als Antrieb. Dabei handelt es sich um luftgekühlte Glühzündmotoren aus dem Modellflug, die für die Fahrzeuge adaptiert wurden.

Deutscher Minicar Club e.V.

Das Jahr 1964 ist aus deutscher Sicht sehr interessant. In diesem Jahr baute Dr. Hans Feldmann sein erstes ferngesteuertes Modellauto. Der 6400 Gramm schwere Wagen wurde von einem 3,5 ccm Verbrennungsmotor angetrieben und erreichte für jene Zeit beachtliche 30 km/h Höchstgeschwindigkeit. Die Abmessungen des Fahrzeugs betrugen in der Länge 635 mm und in der Breite 240 mm. Die Vorderräder waren an Federbeinen und die Hinterräder an Dreieckschwingen aufgehängt. Vorne und hinten waren Schraubenfedern ohne Dämpfer eingebaut. Die Karosserie stellte Feldmann aus 0,5 mm starken verzinkten Blech her.

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1966 wurde der Deutsche Minicar Club (DMC) gegründet, bei dem Dr. Hans Feldmann von Anfang an Mitglied war und bei der ersten Tagung zum Präsidenten gewählt wurde. Die Gründung solcher Vereine und Klubs diente der Organisation, da zu diesem Zeitpunkt in Deutschland bereits Deutsche Meisterschaften mit ferngesteuerten Autos durchgeführt wurden.

Während Feldmanns ferngesteuertes Auto noch ein Eigenbau und somit ein Unikat war, brach 1965 auch für ferngesteuerte Autos die Serienfertigung an. Der Hersteller HEGI bot ab 1965 den Porsche 904 GTS zum Verkauf an. Der Wagen basierte auf einem Chassis aus Sperrholz mit einer Pendelachse vorne und einer Starrachse mit zwei Elektromotoren und Riemenantrieb hinten. Die Länge beträgt 580 mm, die Breite 220 mm, der Radstand 330 mm und das Gewicht 3200 Gramm.

Ab 1967 geht es richtig los

In der Folge drängten weitere Hersteller ferngesteuerter Autos auf den Markt wie zum Beispiel die Firmen WEN und Model Car Enterprises. Deren Pan Cars wurden im Maßstab 1:8 hergestellt und erreichten dank Direct-Drive-Antrieb sehr hohe Geschwindigkeiten. Bereits von Anfang an wurden diese Modelle als Liebhaberobjekte gehandelt. In den folgenden 1970er und 1980er Jahren durchliefen die ferngesteuerten Autos viele technische Neuerungen. Es gab Verbesserungen bei den Verbrennungsmotoren und der Elektroantrieb gewann dank leistungsfähigen Batterien immer mehr an Bedeutung. Auch die Diversifikation in verschiedene Modelle schritt in dieser Zeit voran. Der japanische Hersteller Tamiya brachte das erste geländetaugliche Modell mit Elektromotor auf den Markt. Auch bei den Maßstäben gab es Neuerungen. Vor allem große Modelle im Maßstab 1:4 mit Verbrennungsmotor kamen auf den Markt. Neben ferngesteuerten Autos wurden auch ferngesteuerte Trucks und Kettenfahrzeuge hergestellt.

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Hinweis: Heute bietet der Fachhandel Modelle wie Rennwagen, Geländewagen, Crawler in verschiedenen Maßstäben und Preisklassen, wahlweise mit E- oder Verbrennungsmotor. Die Modelle gibt es vorgefertigt für den sofortigen Einsatz und als Bausätze für Selbstschrauber.

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